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Regierungsprogramm

Verkehrswege in die Zukunft

Hamburg mit der Welt verbunden

Hamburg ist Drehscheibe zwischen Nord und Süd und für die Warenströme aus aller Welt nach Deutschland sowie Mittel-, Nord- und Osteuropa. Hamburg muss auf allen Verkehrswegen gut erreichbar sein. Die gute Erreichbarkeit des Hafens ist auch für die gesamte Wirtschaft in Deutschland von Bedeutung.

Elbe und Hafen

Hamburg hat durch seine lange Geschichte als Hafen- und Handelsplatz immer eine besondere Beziehung zu Arbeit und Wirtschaft gehabt. Hafenunternehmen und große Industrieanlagen befinden sich im Herzen der Stadt. Unser Ziel ist es, Hamburg als vielfältigen Universalhafen weiterzuentwickeln.

Der Hafen ist für die Finanzkraft der Stadt von hoher Bedeutung. Aus dem Hafen und der hafennahen Wirtschaft verbleiben alleine für Hamburg Steuereinnahmen von bis zu 800 Millionen Euro pro Jahr. Trotz der Einbrüche in der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 hat sich der Containerumschlag in den vergangenen 10 Jahren mehr als verdoppelt. Mit mehr als 140 Millionen Tonnen Seegüterumschlag und mehr als 9 Millionen Standardcontainern (TEU) im Containerumschlag ist Hamburg in Nordeuropa die wichtigste Drehscheibe für weltweite Handels- und Transportströme. Über 150.000 Arbeitsplätze sind mit dem Hafen und der Schifffahrt verbunden. Dieser Wachstumstrend wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen.

Wir haben unserem Hafen eine verlässliche Finanzierungsgrundlage gegeben, indem wir ab 2015 jährlich 124 Millionen Euro aus dem Haushalt für den Ausbau und den Erhalt der öffentlichen Infrastruktur zur Verfügung stellen.

Die Fahrrinnenanpassung der Elbe ist notwendig, damit der Hafen auch in Zukunft für die Containerschiffe der neuen Generation befahrbar ist. Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig, das Verfahren zur Elbvertiefung bis zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes über den Ausbau der Weser auszusetzen, ändert daran nichts. In dem Weserverfahren soll geklärt werden, wie die Europäische Wasserrahmenrichtlinie rechtlich auszulegen ist. Wir sind zuversichtlich, dass das Bundesverwaltungsgericht die Elbvertiefung genehmigen wird. Wir werden dann alles für eine zügige bauliche Umsetzung tun.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass  der Bund die Anbindung des Hafens an das deutsche Binnenwasserstraßennetz deutlich verbessert, denn das Binnenschiff ist ein besonders umweltfreundlicher Verkehrsträger. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, dass der Bund den bestehenden Engpass beim Schiffshebewerk Scharnebek endlich beseitigt.

Mit unserer SmartPort-Strategie setzen wir auf intelligente Lösungen zur Steuerung der Verkehrs- und Warenflüsse im Hafen. Auf diese Weise wollen wir die bestehende Straßen-, Brücken- und Schieneninfrastruktur besser nutzen und miteinander verknüpfen. Erste „Best-Practice-Beispiele“ von SmartPort werden 2015 im Rahmen der Welthafenkonferenz in Hamburg präsentiert werden.

Die Hafenbahn wird weiter modernisiert. Sie ermöglicht den schnellen Transport von Containern und anderen Gütern in und aus dem Hafengebiet auf das Netz der Deutschen Bahn. Das Straßennetz im Hafen werden wir beständig ausbauen.

Die Kattwykbrücke gehört zu den wichtigsten Verkehrsadern im Hafengebiet. Mit dem Neubau der Brücke geben wir einen wichtigen Impuls für die Verkehrsinfrastruktur im Hamburger Hafen.

Die Hamburg Port Authority (HPA) soll neue Geschäftsfelder erschließen, wie zum Beispiel die Bewirtschaftung der Kreuzfahrtterminals.

Der Mittlere Freihafen mit dem geplanten Central Terminal Steinwerder birgt ein hafenstrategisch besonders wertvolles Areal mit großen Entwicklungsmöglichkeiten. Wir wollen das nutzen.

Neben der See- und Binnenschifffahrt wird Hamburg immer stärker zu einem Standort für die Kreuzschifffahrt. Immer mehr Menschen nutzen die Terminals in der HafenCity und in Altona als Ausgangs- bzw. Endpunkt ihrer Kreuzfahrten. Am Kronprinzenkai bauen wir den dritten Kreuzfahrtterminal.

Mit der neuen festen Landstromanlage am Kreuzfahrtterminal Altona, einer mobilen Stromversorgung für Kreuzfahrtschiffe, sowie einer externen Stromversorgung für Containerschiffe, wollen wir die Luftqualität in der Stadt weiter verbessern. Die feste Landstromanlage in Altona wird 2015 ihren Betrieb aufnehmen und eine schwimmende saubere Stromversorgung für große Schiffe (Power Barge) wird gerade im Hafen gebaut.

Die Hamburger Traditionsreederei Hapag-Lloyd trägt erheblich zur Sicherung des Ladungsaufkommens in unserem Hafen und damit zur Unterstützung der maritimen Wirtschaft mit Zehntausenden Arbeitsplätzen bei. Wir haben den Verkauf von Hapag-Lloyd an einen ausländischen Investor verhindert. Durch den Zusammenschluss mit der chilenischen Reederei CSAV wird Hapag-Lloyd zur viertgrößten Linienreederei weltweit.

Schienenhinterlandverkehr

Die Schienenhinterlandverkehre bestimmen wesentlich die Wettbewerbsfähigkeit der Seehäfen. Hamburg verfügt bereits über eine gute Anbindung an das kontinentale Schienennetz und ist deswegen der größte Eisenbahnhafen in der Nordrange. Für die Deutsche Bahn AG ist unser Hafen der wichtigste Kunde in Europa. Die Strecken, die am Hafen beginnen, versorgen Deutschland und andere große europäischen Regionen. Investitionen in einen reibungsloseren und häufig kreuzungsfreien Schienengüterverkehr entlasten die Straßen.

Deswegen müssen im überlasteten Schienenknoten Hamburg dringend benötigte zusätzliche Streckenkapazitäten geschaffen werden. Hierzu gehört insbesondere die Auflösung der Kapazitätsengpässe im Süden der Stadt und auch unmittelbar südlich von Hamburg. Hierzu gehört aber auch die dringend benötigte östliche Umfahrung des Rangierbahnhofes in Maschen. Dort fehlen ein Umfahr- und ein Wartegleis.

Da die Hauptrouten nach Süden über Hannover zunehmend überlastet sind, setzen wir uns für einen durchgängigen Ausbau des Ostkorridors auf der Schiene ein, der insbesondere Güterverkehre aufnehmen soll. Er wird über Uelzen und Stendal auf einer durchgängig elektrifizierten Strecke via Magdeburg nach Regensburg führen. Damit können zeitnah hohe Kapazitätseffekte zu überschaubaren Kosten erzielt werden, da die Trasse bereits existiert. Auch ein verbesserter Schienenverkehr, wie er mit der Y-Trasse seit Jahrzehnten geplant war, muss planerisch vom Bund in Angriff genommen werden. Darüber hinaus setzen wir uns für den Aus- und Neubau der Strecken zwischen der Metropolregion Hamburg und Bremen und Hannover ein.

Die feste Fehmarn-Belt-Querung wird Hamburg schnell und direkt mit Kopenhagen, mit Malmö und Skandinavien verbinden. Wenn Anfang der zwanziger Jahre die Bauarbeiten abgeschlossen sein werden und die Straßen und Schienen aus dem Tunnel an die norddeutsche Küste stoßen, müssen die Verkehrswege in Norddeutschland entsprechend ausgebaut sein.

Hauptbahnhof

Hamburgs Hauptbahnhof zählt zu den meist frequentierten Bahnhöfen Europas. Bis zu 450.000 Fahrgäste sowie Besucherinnen und Besucher am Tag strömen hierher. Um die weiter wachsenden Pendlerzahlen zu bewältigen, werden wir die Kapazitäten des Hauptbahnhofs Hamburg so weiterentwickeln, dass dieser auch künftig seine Aufgaben meistern kann. Der Bau eines zusätzlichen Bahnsteigs durch die Deutsche Bahn erhöht die Kapazität für Personenzüge deutlich. Eine Entlastung wird durch den geplanten Bau der S-Bahn Verbindung nach Ahrensburg entstehen. Die Verlegung des Fernbahnhofs Altona nach Diebsteich wird zu einer weiteren Verbesserung der Anbindung Hamburgs führen.

Bundesstraßen und Autobahnen

Angesichts der steigenden Einwohnerzahl müssen wir mit einem deutlichen Anstieg des Personenverkehrs in Hamburg rechnen. Derzeit pendeln täglich rund 330.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Hamburg. Wir werden daher die Verkehrsinfrastruktur Hamburgs an den zunehmenden Bedarf anpassen.

Während in der inneren Stadt der Autoverkehr langsam abnimmt, wächst er auf den Autobahnen, die durch und nach Hamburg führen, weiter an.  Dies gilt besonders für den LKW-Verkehr. Vor allem für den Hamburger Süden sind große Anstrengungen nötig. Denn ein großer Teil der Güterströme berührt diesen Teil unserer Stadt. Mit dem Ausbau der A7 im Hamburger Westen und deren teilweisen Überdeckelung haben wir in Stellingen-Langenfelde und in Schnelsen begonnen. Danach wollen wir gemäß des Altonaer Konsenses eine zeitnahe und größtmögliche Überdeckelung der A7 in Altona in Angriff nehmen. Damit passen wir die Leistungsfähigkeit des Autobahnnetzes an die zu erwartenden Belastungen an und reduzieren gleichzeitig den Lärm in Schnelsen, Stellingen und danach auch in Altona. Südlich des Elbtunnels zwischen der Anschlussstelle Waltershof und dem geplanten Autobahndreieck Süderelbe befindet sich die Hochstraße Elbmarsch, die wir achtstreifig ausbauen werden.

Wir werden den Weiterbau der A 26 von Neu Wulmstorf nach Osten bis an die A 7 voranbringen. Die Verlängerung der A 26 nach Osten an die A 1 (Hafenquerspange) als ihre logische Fortsetzung soll so schnell wie möglich realisiert werden. Nach der Fertigstellung dieser Autobahn, zu der auch die Errichtung einer neuen großen Süderelbbrücke gehören wird, wird weiter nördlich die in die Jahre gekommene Köhlbrandbrücke ersetzt werden können. 

Wir unterstützen unsere norddeutschen Nachbarländer bei ihren Planungen, die A 20 im Westen, die A 21 und die A 39 im Osten und Süden auszubauen.

Mit der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße an die Bahngleise weiter östlich haben wir 2013 begonnen. Damit erhält Wilhelmsburg seine Mitte für eine moderne Stadtentwicklung zurück. Wir schaffen so Flächen für ein neues Quartier auf der Elbinsel.

Flughafen

Hamburg verfügt über einen leistungsfähigen, modernen Flughafen mitten in der Stadt. Er bietet Zugang zu einem dichten Netz von Direktflügen primär nach Europa, ergänzt um Verbindungen zu europäischen und interkontinentalen Drehkreuzen. Der Hamburger Flughafen steigert mit seinen zahlreichen nationalen und internationalen Verbindungen die Attraktivität der Stadt. Mit zuletzt 13,5 Millionen Passagieren trägt er auch zu den Einnahmen der Stadt, die an ihm mehrheitlich beteiligt ist, bei. Der Flughafen ist wichtig für Hamburg als Standort für die Luftfahrtindustrie. Daher setzen wir uns für weitere Direktflugverbindungen auch zu Zielen außerhalb Europas ein.

Diese Lage im Stadtgebiet ist ein großer Standortvorteil für Hamburg. Gerade, weil ein stadtnaher Flughafen besonders auf einen breiten Grundkonsens in der Stadt und im Umland angewiesen ist. Der Flughafen hat für den Lärmschutz schon viel getan, diesen Weg wollen wir weiter gehen. Für den Flughafen ist das Lärmkontingent festgeschrieben und gedeckelt. Die Regelungen zum Nachtflugverbot gelten schon lange, während andernorts noch über ihre Einführung gestritten wird. Leisere Flugzeuge werden durch Landetarife begünstigt, laute und verspätet landende Flugzeuge stärker belastet. Der Fortschritt im Flugzeugbau wird auch zu weiteren Lärmminderungen führen. Der Anreiz muss sein, dass die Fluglinien immer die leisesten Flugzeuge nach Hamburg einsetzen.

Die norddeutschen Länder sind sich einig, dass ein neuer Großflughafen (Kaltenkirchen) keinen Sinn macht. Ohnehin wäre ein solches Projekt ein großes finanzielles Abenteuer.

Es geht jetzt darum, den Flughafen Hamburg langfristig nachhaltig und zukunftsfest zu machen. Wir werden daher beständig die Infrastruktur modernisieren und den Flughafen auf dem heutigen Gelände sicherer, umweltgerechter, nachbarschaftsverträglich und effizienter machen.

Mobilität in der Stadt

Wir werden das vom Senat beschlossene Mobilitätsprogramm zu einer umfassenden Verkehrsentwicklungsplanung für Hamburg fortentwickeln. Wir legen die Verkehrsentwicklungsplanung als einen kontinuierlichen Prozess an. Dabei gilt es, die Erreichbarkeit der Welthandelsstadt Hamburg zu sichern, den öffentlichen Verkehr als Rückgrat für die Mobilität zu stärken, Mobilität effizienter zu managen und zu vernetzen, die Lebensqualität in der Stadt durch einen belastungsarmen Verkehr zu steigern, Teilhabe und Zugang zu Mobilität gerecht zu gestalten, Barrierefreiheit zu ermöglichen, Elektromobilität zu fördern und innovative Antriebe von Fahrzeugen voranzubringen.

Hamburgs Stadtstraßen wieder in Ordnung bringen

Hamburg muss den wachsenden Mobilitätserfordernissen auch in der innerstädtischen Verkehrspolitik Rechnung tragen. Über viele Jahre wurden dringend notwendige Verkehrsinfrastrukturinvestitionen in Hamburgs Straßen, Brücken und Gewässer versäumt. Jahr für Jahr verschlechterte sich ihr Zustand. Wir beheben den Sanierungsstau auf unseren Straßen und Wegen. Dafür haben wir ein systematisches Erhaltungsmanagement eingeführt.

Wir haben die Mittel für die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur im Haushalt deutlich angehoben. Jährlich werden in Hamburg mehr als 70 Millionen Euro in die Sanierung von Landesstraßen und Wegen investiert. Mehr als jemals zuvor. Rund 400 km Fahrbahn konnten so wieder in Ordnung gebracht werden; in der nächsten Wahlperiode wollen wir mindestens 500 km Fahrbahn in Stand setzen.

Wir wollen dieses hohe Investitionsniveau im Verkehrsbereich beibehalten.

Brücken müssen gepflegt und repariert werden

Hamburg ist mit rund 2.500 Bauwerken die Stadt mit den meisten Brücken in Europa. Ein beträchtlicher Teil der Hamburger Brücken stammt aus den 1960er und 1970er Jahren, darunter eine größere Anzahl von Spannbetonbrücken. Viele dieser Brücken haben die Hälfte ihrer Nutzungsdauer schon hinter sich. Die wachsende Anzahl von genehmigungspflichtigen Schwertransporten setzt den Brücken weiter zu. Wir stellen uns den damit verbundenen Pflege- und Wartungsaufgaben. Und wir werden, wie bei den Stadtstraßen, ein strategisches Erhaltungsmanagement auf den Weg bringen.

Elektromobilität

Wir werden dafür sorgen, dass Elektromobilität in Hamburg gelebte Wirklichkeit wird. Der Anteil der Autos mit alternativen Antriebsformen an den Neuzulassungen in Hamburg soll deswegen deutlich gesteigert werden. Wir wollen bereits kurzfristig mehr Hybridfahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor auf den Straßen sehen, reinen Batterieelektroantrieben gehört aber langfristig  die Zukunft. Daneben soll auch die Anzahl der Fahrzeuge mit Brennstoffzellentechnik weiter steigen. Mit dem Bau einer Elektroladeinfrastruktur haben wir einen weiteren Schritt hin zu Elektromobilität in Hamburg getan. Der Masterplan Ladeinfrastruktur sieht einen bedarfsgerechten Ausbau der Ladeinfrastruktur vor. Bis Mitte 2016 sollen ca. 600 Ladepunkte in Hamburg für ca. 5.000 erwartete E-Fahrzeuge bestehen. Fahrräder mit Elektroantrieb stellen darüber hinaus einen wichtigen Baustein dar. Der Ausbau der Fahrradinfrastruktur dient damit auch der Elektromobilität. Der Hamburger Senat geht mit gutem Beispiel voran. Rund 30  Prozent aller neu angeschafften Behördenfahrzeuge in Hamburg haben Ende 2014 einen Elektroantrieb. Hamburg hat damit die Vorreiterrolle unter den Ländern in Deutschland übernommen.

Öffentlicher Personennahverkehr als Rückgrat der Mobilität in der Stadt

Die Bevölkerungszahl wächst. Was aber nicht wachsen kann, ist der zur Verfügung stehende Straßenraum in der Stadt. Deswegen wollen wir Busse, Bahnen und auch das Fahrrad fördern und so die Stadtstraßen entlasten. Das verbessert nachweislich die Luftqualität in der Inneren Stadt. Eine City-Maut oder eine sogenannte Umweltzone aber verbessern nicht die Luftqualität und verlagern bloß den Verkehr in der Stadt.

Vorfahrt für unsere Busse

Wir werden durch den Einsatz größerer Fahrzeuge und eine noch engere Taktdichte kurzfristig mehr Platz für die Fahrgäste der Hamburger Busse anbieten können. So werden wir die Kapazität der Metrobusse in den nächsten Jahren um bis zu 30  Prozent steigern können.

Vorrang für den öffentlichen Personennahverkehr bedeutet für uns auch: Auf den wichtigen Metrobuslinien kommen die Busse durch Busvorrangschaltungen an den Kreuzungen besser voran. Wir wollen höhere Reisegeschwindigkeiten verbunden mit hoher Verlässlichkeit und mehr Pünktlichkeit. Die Haltestellen an den hochfrequentierten Metrobuslinien sollen mehr Komfort und ein modernes und sauberes Erscheinungsbild bieten, verbunden mit aktueller elektronischer Fahrgastinformation in den Bussen und an den Haltestellen.

Neue Busse mit sauberen Motoren und weniger Lärm

Moderne Antriebstechnologien nehmen langsam Fahrt auf. Was sich schon jetzt abzeichnet, werden wir ab Ende des Jahrzehnt verpflichtend machen: Ab 2020 wird Hamburg nur noch vollständig emissionsfrei fahrende Busse mit Batterie- oder Wasserstoffantrieb anschaffen. Mit ca. 1.500 Fahrzeugen verfügen unsere beiden großen Hamburger Verkehrsunternehmen HOCHBAHN und VHH über eine bedeutende Marktmacht, um die Bushersteller zur Förderung der Elektromobilität und von Brennstoffzellenbussen zu bewegen. Das werden wir im Interesse der Hamburgerinnen und Hamburger nutzen. Als erstes wollen wir die Innenstadtbuslinien auf innovative Antriebe umrüsten. Dies wird die Luftqualität weiter verbessern und die Lärmbelastung in der Inneren Stadt weiter senken.

Barrierefreier ÖPNV

Wir wollen, dass die Hamburger U- und S-Bahnstationen bis Anfang der zwanziger Jahre barrierefrei sind. Zur Umsetzung der Barrierefreiheit werden wir finanzielle Mittel bereitstellen. Alle Busse von HOCHBAHN und VHH in Hamburg sind bereits heute barrierefrei. Durch den Bau von Fahrbahnrandhaltestellen mit leicht erhöhten Bordsteinkanten sollen aber auch die Bushaltestellen nach und nach für Ältere und Menschen mit Behinderung besser zugänglich werden. Wir beginnen mit den hochausgelasteten Metrobuslinien im Rahmen des Programms zum Ausbau der Kapazität unserer Busse (Busbeschleunigung).

P + R

Die Anzahl der Park + Ride-Stellplätze wird in Hamburg und in den Umlandkreisen weiter erhöht werden. Unser Ziel ist es, die mit dem PKW aus dem Umland anreisenden Pendlerinnen und Pendler möglichst früh, am Stadtrand oder schon in unseren Nachbarkommunen, zum Umstieg auf die Bahnen zu bewegen, von wo sie dann ohne Stau und Parkplatzprobleme zu ihren Arbeitsplätzen in Hamburg gelangen können. Deswegen sollen neue Anlagen stets in den Außenbereichen Hamburgs oder im Umland errichtet werden. Erhobene Gebühren werden für mehr Sicherheit und Sauberkeit verwendet. Für Inhaber von HVV-Abokarten wollen wir einen Rabatt einführen. Damit schaffen wir gerade für Berufspendler neue Anreize zum Umsteigen.

Parkplätze in dicht bebauten Stadtteilen

In den dicht bebauten Stadtteilen aus der Gründerzeit gibt es einen erheblichen Mangel an Stellplätzen. Viele Kreuzungen und enge Seitenstraßen sind durch illegal parkende Fahrzeuge versperrt. Deswegen werden wir auch in den folgenden Jahren in diesen Stadtteilen zusätzlichen Parkraum schaffen, u.a. durch eine weitere finanzielle Förderung von Quartiersgaragen.

Bike + Ride durch attraktive Abstellanlagen und Haltestellenumfelder fördern

Bike + Ride heißt: Mit dem Fahrrad zur Haltestelle fahren, es dort abstellen, und die Fahrt mit der Bahn oder dem Bus fortsetzen. Um diesen Umstieg zu fördern, wollen wir nicht nur die Haltestellen von U- und S-Bahn attraktiv halten, sondern darüber hinaus vermehrt auch die Haltestellenumfelder in Ordnung bringen. Wir werden bis 2025 die B+R-Plätze um weitere 12.000 aufstocken und Komfort und Nutzbarkeit bereits bestehender B+R-Anlagen verbessern. Ziel ist es, bis 2025 insgesamt 28.000 B+R-Plätze in Hamburg zur Verfügung zu stellen. Schon in dieser Legislaturperiode werden wir 6.000 zusätzliche Plätze errichten.

Besser Radfahren in Hamburg

Unser Radwegenetz soll saniert werden. Wir wollen aber auch, dass es mehr Radfahrstreifen und Schutzstreifen für Radfahrerinnen und Radfahrer auf der Straße gibt. Sie bieten Komfort und Sicherheit für die steigende Zahl der Radfahrerinnen und Radfahrer. Nicht mehr benötigte Radwege werden wir zurückbauen, um die Fußwege zu verbreitern. Wo die Verkehrsverhältnisse es zulassen und der Autoverkehr nicht zu stark ist, soll es vermehrt auch Fahrradstraßen geben, bei denen die Fahrbahn auf ganzer Breite als Radweg ausgewiesen ist. Anwohnerinnen und Anwohner, Besucherinnen und Besucher sowie Lieferverkehre können dort weiterhin mit dem Auto fahren.

Das Veloroutennetz werden wir kontinuierlich ausbauen. Auf beiden Seiten der Außenalster soll es große breite Fahrradstraßen geben, die den wachsenden Radverkehr aus den Bezirken Eimsbüttel und Hamburg-Nord in die Innenstadt aufnehmen und bündeln. Hier wird der Radverkehr Vorfahrt haben.

Wir wollen das Bewusstsein in der Stadt für den Radverkehr als Verkehrsmittel steigern und die Infrastruktur für Radfahrerinnen und Radfahrer verbessern. Online-Hinweisplattformen für Radverkehrsanliegen wie der „FahrRat Altona“ wollen wir auf das ganze Stadtgebiet ausweiten.

Unser rotes Hamburger StadtRAD ist bei den Hamburgerinnen und Hamburgern und ihren Gästen sehr beliebt. Es ist das erfolgreichste Fahrradverleihsystem in ganz Deutschland. Wir werden noch mehr Leihräder einsetzen. Dazu wird das StadtRAD-System in Hamburg um weitere 40 Stationen und 500 Fahrräder erweitert. Dann gibt es mehr als 2.000 Fahrräder und mehr als 170 Entleihstationen. Wir werden vor allem Stadtteile wie Harburg, Bahrenfeld und Barmbek-Nord neu mit Stationen ausstatten.

Schnellbahnausbau als Generationenaufgabe

Wir werden den Schienenpersonennahverkehr weiter ausbauen. Die Regionalbahnen für die Pendlerinnen und Pendler boomen. Mit den zusätzlichen Angeboten von DB Regio, dem Metronom und der Nordbahn werden Hamburgs Straßen spürbar entlastet. Diese Angebote sind für die Pendlerinnen und Pendler wichtig. Hierfür müssen am Hauptbahnhof, dem meistfrequentierten Bahnhof in Deutschland, dringend neue Kapazitäten geschaffen werden.

Mit dem 2013 abgeschlossenen S-Bahnvertrag werden wir ab 2016 die ersten neuen, modernen klimatisierten S-Bahnfahrzeuge erhalten. Die S-Bahn wird in Hamburg über 400 Millionen Euro investieren und die alten Fahrzeuge aus den 1970er Jahren bis 2019 schrittweise ersetzen. Die neuen S-Bahnstationen „Ottensen" und „Elbbrücken" sind bereits in der Bauplanung. Wir wollen das S-Bahnnetz bis Mitte der 20er Jahre um mehrere neue Linien erweitern: Die S 21 aus Bergedorf soll von Eidelstedt bis Kaltenkirchen verlängert werden und auf dieser Strecke die AKN Eisenbahn AG ersetzen. Ab Elbgaustraße soll eine neue S32 zum Hauptbahnhof geführt und dann nach Harburg verlängert werden. Die neue S4 vom Hauptbahnhof in Richtung Ahrensburg und Bargteheide wird neue Stationen in Hamburg schaffen, den ganzen Hamburger Osten verkehrsmäßig besser erschließen und mehr Passagiere verlässlich und ohne Verspätung befördern. Die S4 wird zudem den Hauptbahnhof und die Strecke nach Lübeck entlasten und Trassenkapazitäten freimachen für die überregionalen Schienenverkehre.

Es werden Verhandlungen mit Schleswig-Holstein aufgenommen mit dem Ziel, die Verbindung der S1 nach Wedel zu optimieren.

Ausbau der U-Bahn

Mit der Linie U4 hat Hamburg eine zusätzliche Linie erhalten. Wir werden sie bis 2018 bis zu den Elbbrücken verlängern, wo wir sie mit der S-Bahn verknüpfen wollen. Bei einer möglichen Austragung der Olympischen Spiele 2024 oder 2028 in Hamburg wird die U4 Richtung Süden verlängert. Oldenfelde soll noch in diesem Jahrzehnt eine eigene U-Bahnstation an der U1 bekommen. Auch eine Ausfädelung der U4 im Bereich Horner Rennbahn in Richtung Horner Geest werden wir in Angriff nehmen. Bereits heute laufen die Vorarbeiten für eine weitere U-Bahnlinie 5. In den zwanziger Jahren werden wir mit dem Bau erster Abschnitte dieser neuen Linie beginnen. Sie wird dichtbesiedelte Stadtteile wie den Osdorfer Born und Lurup, Bramfeld und Steilshoop ebenso wie die Arenen im Volkspark an die Innenstadt anbinden und stark genutzte Buslinien wie die Metrobuslinie 5 entlasten. Auf allen Linien sollen dann die neuen U-Bahnzüge vom Typ DT 5 zum Einsatz kommen. Der Ausbau der U-Bahn ist eine weitsichtige Entscheidung: Es ist das leistungsfähigste, verlässlichste und bei den Fahrgästen seit langem beliebteste innerstädtische Verkehrsmittel, das auch noch in 50 Jahren Kapazitätsreserven haben wird.

Intelligente Mobilität für eine lebenswerte Zukunft

Busse und Bahnen bilden den Kern unserer öffentlichen Mobilität, sollen aber um Mobilitätsangebote ergänzt werden, die auch speziellen Kundenbedürfnissen gerecht werden. Der einfache Zugang zu den unterschiedlichen Mobilitätsdiensten in Hamburg, vom Bus über U- und S-Bahn und Mietwagen bis hin zum Fahrrad, Taxi oder Mietauto hat einen Namen bekommen: switchh. Schrittweise sollen an allen größeren und innenstadtnahen Schnellbahnhaltestellen switchh-Stationen entstehen. switchh können alle Kundinnen und Kunden des HVV mit Abonnement, Proficard und Semesterticket nutzen. Darüber hinaus werden wir die Einführung eines elektronischen Tickets im HVV („HVV-Card“), sowohl für Zeitkarteninhaber als auch für Gelegenheitskunden, weiter vorantreiben. Es soll insbesondere dazu dienen, Barrieren beim Fahrscheinkauf zu überwinden und so den Umweltvorteil von Bus und Bahn weiter auszubauen.

Download: SPD-Regierungsprogramm 2015-2020