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Regierungsprogramm

Kultur und Sport

Kultur in Hamburg

Kunst und Kultur tragen entschieden zur Attraktivität, Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit einer modernen Metropole bei. Wir haben die Finanzierung der kulturellen Institutionen gesichert, die kulturelle Bedeutung Hamburgs international gestärkt und damit begonnen, den Sanierungsstau der kulturellen Einrichtungen aufzulösen. Um zukunftsfähig zu bleiben, wollen wir die erfolgreich begonnenen Projekte fortführen und das kulturelle Profil Hamburgs international, aber auch in die Stadt hinein, weiter schärfen.

Weiterentwicklung der Musikstadt Hamburg im Großen wie im Kleinen

Nachdem wir das Projekt Elbphilharmonie komplett neu geordnet und die Geburtsfehler aus der Vergangenheit behoben haben, kann sich Hamburg jetzt wieder auf die Fertigstellung eines der besten Konzerthäuser der Welt freuen. Das Gebäude wird 2016 an die Stadt übergeben. Wir wollen erreichen, dass die Elbphilharmonie zu einem Haus für alle wird und Hamburgs Ruf als Musikstadt international festigt. Die Musikstadt Hamburg lebt jedoch auch von der Vielfalt ihrer Angebote. Daher werden wir Formate wie das Reeperbahnfestival, Elbjazz und Dockville und die vielfältige Clubszene weiter stärken. Die ganze Vielfalt der Musikstadt Hamburg soll sich auch künftig in dem Internationalen Musikfest Hamburg widerspiegeln.

Hamburgs Traditionshäuser weiter stärken

Mit dem neuen Intendanten Georges Delnon, dem neuen Generalmusikdirektor und Chefdirigenten Kent Nagano und dem Intendanten des Hamburg Ballett, John Neumeier, dessen Vertrag die Stadt verlängert hat und mit dem erste Vereinbarungen zur Sicherung seines Werkes getroffen wurden, werden wir die Bedeutung der Hamburgischen Staatsoper akzentuiert ausbauen. Mit der Intendanz von Karin Beier am Deutschen Schauspielhaus und der Vertragsverlängerung von Joachim Lux am Thalia Theater knüpfen wir an die bedeutende Theatertradition Hamburgs an. Wir werden den Häusern die Planungssicherheit geben, die sie für ihre international beachtete Arbeit brauchen. 

Stärkung der Museumslandschaft

Durch die Neuordnung der Stiftung Historische Museen Hamburgs konnten insbesondere die drei großen stadthistorischen Museen – das HamburgMuseum, das Museum der Arbeit und das Altonaer Museum – entlang ihrer jeweiligen Schwerpunkte gestärkt werden und der dauerhafte Erhalt aller ehemals staatlichen Museen erstmals gesetzlich festgeschrieben werden. Für die Stiftung Historische Museen wurde ein neues Depot in Stellingen eingerichtet; das zentrale Skulpturen- und Gemälde-Depot in der Kunsthalle wird saniert. Das Altonaer Museum erhält einen neuen attraktiven Innenhof.

Mehr Flächen und Räume für Kreative

Um die Arbeitsbedingungen für Kreative zu verbessern, haben wir allein im Jahr 2014 über die Hamburg Kreativgesellschaft mehr als 16.000 m² vermittelt. Und wir werden das Angebot an Atelierflächen weiter ausbauen. Wir wollen durch bessere Rahmenbedingungen Künstlerinnen und Künstlern sowie der Kreativwirtschaft eine feste Heimat in Hamburg geben. Daher werden wir im Oberhafenquartier und in der Speicherstadt, in unmittelbarer Nähe der HafenCity, weitere 11.000 m² für Kreative zur Verfügung stellen. Dies leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der HafenCity zu einem lebendigen, innenstadtnahen Quartier.

Sanierungsstau an den kulturellen Einrichtungen abbauen

Wir haben mit rund 40 Millionen Euro aus dem Sanierungsfonds zahlreiche Kultureinrichtungen saniert, von der Nordhalle der Deichtorhallen über die Öffentlichen Bücherhallen bis zum Stadtteilkulturzentrum Bramfelder Kulturladen e. V.. Unter anderem mit dem Neubau und Umzug von Werkstätten und Fundus der Staatsoper, der Sanierung des Harburger Theaters, der Modernisierung des Planetariums, der Fortsetzung der Sanierung des Thalia Theaters und weiterer notwendiger Sanierungsmaßnahmen werden wir die Infrastruktur der Häuser weiter sichern.

Allen Menschen die kulturelle Teilhabe ermöglichen

Wir wollen möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern Kultur in ihrer Vielfalt erschließen. Der Zugang zu Kultur soll allen offen stehen, unabhängig von Herkunft, Bildung oder Einkommen. Es gilt auch, die Barrierefreiheit in den Hamburger Kultureinrichtungen weiter auszubauen. Kultur beginnt in den Stadtteilen. Die Weiterentwicklung von Stadtteilkulturzentren, Bürgerhäusern und Geschichtswerkstätten ist ein wichtiger Baustein der Integrations-, Bildungs- und Sozialpolitik. Dazu gehört, dass wir die Hamburger Öffentlichen Bücherhallen weiter modernisieren, die Stadtteilkulturzentren in den Bezirken fester verankern und erfolgreich begonnene Kulturprojekte an den Schulen verstetigen werden. Hierzu wird es notwendig sein, die Zusammenarbeit zwischen den Behörden zu stärken.

Bürgerschaftliches Engagement zur Stärkung der Kultur weiter ausbauen

Das traditionelle finanzielle Engagement Hamburger Bürgerinnen und Bürger für die Kultur verstärkt die Wirkung der öffentlichen Investitionen. Mit öffentlichen wie privaten Investitionen in die Kunstmeile, die Kunsthalle und die Deichtorhallen stärken wir Kunst und Kultur in Hamburg. So können wir mehr international bedeutende Ausstellungen nach Hamburg holen.

Bewahrung des kulturellen Erbes Hamburgs

Mit der Novellierung des Denkmalschutzgesetzes haben wir für Hamburg ein Denkmalschutzrecht geschaffen, das den schützenswerten Bestand an historischen Gebäuden und Ensembles sichert und zugleich klare und transparente Regelungen für private Eigentümer und für Investoren schafft. Mit der Vorbereitung einer Anmeldung des Jüdischen Friedhofs Altona in der Königstraße zum Weltkulturerbe und der Weltkulturerbe-Bewerbung von Chilehaus, Kontorhausviertel und angrenzender Speicherstadt werden wir auch international das kulturelle Erbe unserer Stadt bekannter machen. Um das kulturelle Erbe besser für die Zukunft zu sichern und zugänglich zu machen, wollen wir zudem mit dem Digitalen Archiv Nord den Grundstein für ein leistungsfähiges Archivsystem legen. Es wird dazu beitragen, dass auch spätere Generationen unser kulturelles Erbe lesen und sich somit ein Bild über vergangene Gesellschaften machen können.

Hamburg ist sportbegeistert

Hamburgerinnen und Hamburger sind begeisterte Sportlerinnen und Sportler. Der Hamburger Sport und seine Sportvereine haben einen großen Anteil an der sozialen Integration in unserer Stadt.

Hamburg spielt in vielen Sportarten wie Fußball, Handball, Hockey, Eishockey, Volleyball, Segeln, Rudern oder Basketball in der nationalen Spitzenklasse, teilweise sogar in der internationalen Spitze. Breiten- und Spitzensport zeichnen Hamburg gleichermaßen aus. Mit Triathlon, Marathon und Cyclassics kombinieren wir immer wieder beides in einer Veranstaltung. Spitzensport begeistert und spornt an, selbst Sport zu treiben. Sport bewegt Jung und Alt, Mann und Frau, Behinderte und Nichtbehinderte. Wir stärken den Behindertensport und den Inklusionssport. In Alsterdorf haben wir die erste vollständig barrierefreie Sporthalle gebaut. Bei allen Neubauten werden wir auf Barrierefreiheit achten. In jedem Bezirk wollen wir eine barrierefreie Sporthalle errichten.

Hamburg ist ein international renommierter Sportstandort. Der Empfang der deutschen Olympiateilnehmerinnen und -teilnehmer nach den Olympischen Spielen in London 2012 hat Hamburg international und national noch bekannter gemacht.

Mit der Dekadenstrategie hat Hamburg seine Prioritäten in der Sportpolitik gesetzt.

Hamburg hat endlich wieder in die Sporthallen und –plätze investiert. Wir sind den Sanierungsstau angegangen. Viele Vereine freuen sich über sanierte oder neue Plätze und Anlagen. Wir werden weiter in die Sportinfrastruktur investieren und die Instandsetzungsoffensive für Sportplätze auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Dabei haben wir diejenigen gestärkt, die den kurzen Draht zu den Vereinen haben. Über den Einsatz der Mittel in die Vereinssportanlagen entscheidet der Hamburger Sport Bund (HSB) als Sportselbstverwaltung und über die staatlichen Sportanlagen meistens die Bezirke.

Olympia in Hamburg

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat beschlossen, sich um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 bzw. 2028 zu bewerben. Nach Auffassung des DOSB kommen nur Berlin und Hamburg als Austragungsort in Frage. Hamburg hat ein Konzept für kompakte Spiele am Wasser und im Herzen der Stadt vorgelegt. Wir begreifen Paralympische und Olympische Sommerspiele als zentralen sportpolitischen Motor. Das Konzept fügt sich in die Stadtentwicklung ein. Auf dem Kleinen Grasbrook werden ein Olympiapark und ein neuer Stadtteil, die OlympicCity, entstehen. Viele erforderliche Sportstätten sind bereits in Hamburg vorhanden. Für jedes benötigte Gebäude wird es eine wirtschaftlich vernünftige Nutzung nach den Spielen geben. Wir wollen die Olympischen und Paralympischen Spiele in Hamburg nicht mit neuen Schulden finanzieren. Wenn der DOSB Hamburg den Zuschlag erteilt, werden wir dafür sorgen, dass alle Hamburgerinnen und Hamburger in einem Referendum entscheiden, ob Hamburg sich bewerben soll oder nicht. Geht dieses Referendum zu Gunsten einer Olympiabewerbung aus, so werden wir im Rahmen der Planung und Durchführung der Olympischen Spiele auch die berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Gewerbetreibenden und Unternehmen vor Ort berücksichtigen. Die Reformbemühungen des IOC finden ihre ersten konkreten positiven Ergebnisse in den Beschlüssen zur Agenda 2020. So sollen die Olympischen und die Paralympischen Spiele künftig transparenter, flexibler, nachhaltiger, bescheidener und kostengünstiger werden. All diese Attribute finden sich als Kern der Aussagen für eine Hamburger Bewerbung um die Spiele wieder und erhöhen damit die Erfolgsaussichten auf nationaler und internationaler Ebene. Wir sehen in den Olympischen und Paralympischen Spielen eine große Chance für unsere Stadt. Besonders die Paralympischen Spiele stellen einen wichtigen Schritt hin zu einer wirklich inklusiven Stadt für alle dar. Wir werden sie für eine umfassende Modernisierung unserer Infrastruktur und unseres Hafens nutzen. Olympische und Paralympische Spiele werden Hamburg internationaler machen – nach innen und nach außen.

Download: SPD-Regierungsprogramm 2015-2020